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Osteoporose - Einführung

Mit Geduld erfolgreich gegen den Schmerz

Sechs bis acht Millionen Deutsche leiden an Osteoporose (Knochenschwund). Betroffen sind zu fast 80 Prozent Frauen. Schmerzhaft wird diese Erkrankung des Knochengerüsts erst im fortgeschrittenen Stadium. Die veränderte Zusammensetzung der Knochen führt zu einem erhöhten Bruchrisiko. Chronische Muskelschmerzen, vor allem im Rücken, und eine Verkrümmung der Wirbelsäule sind weitere Folgen.
Knochen gehören zu den langsam reagierenden Organen. Geben Sie deshalb nicht auf, wenn der Erfolg der Behandlung etwas auf sich warten lässt. Befolgen Sie weiter die Ratschläge Ihres Arztes. Auch wenn Osteoporose nicht heilbar ist, gezielte Therapien, bewusste Ernährung und die richtige Bewegung stärken die Knochen und verschaffen Linderung - auch in schweren Fällen.

Die Knochen: Flexibles Baugerüst des Menschen

Die wichtigsten Knochenbausteine sind: Kalzium, Phosphor, Eiweiß sowie Fluoride, Carbonate und Magnesium. Festigkeit und Elastizität erhält der Knochen durch Kalksalze und Bindegewebsfasern. Erst in der Pubertät ist das menschliche Skelett fertig ausgebildet. Kleine Veränderungen - von der Umwelt ausgelöste Anpassungsreaktionen - finden bis an unser Lebensende statt. Vermehrt werden kann die Knochenmasse allerdings nur bis zum 40. Lebensjahr. Ab dann verliert jeder Mensch jährlich etwa 1,5 Prozent Knochenmasse. Verantwortlich für den Auf- und Abbau der Knochenzellen (Osteozyten) sind die Osteoplasten (zu deutsch: Knochen-Bildungszellen) und die Osteoklasten (zu deutsch: Knochen-Fresszellen). Ihre Aufgabe besteht darin Knochenschäden zu reparieren.

Welche Risikofaktoren gibt es?

Verschiedene Faktoren begünstigen eine Osteoporose - Erkrankung:

MANGELNDE BEWEGUNG macht nicht nur die Muskeln schlaff, sie schwächt auch die Knochen. Mit Muskelkraft wird der Knochen in Bewegung gesetzt. Wächst ein Muskel, muss auch der Knochen stärker werde, um dem Muskeldruck weiter stand halten zu können. Gezielte Übungen dürfen auch bei fortgeschrittener Osteoporose keinesfalls vernachlässigt werden.

EIN NIEDRIGER ÖSTROGENSPIEGEL, wie er z.B. gegen Ende einer Schwangerschaft oder in den Wechseljahren auftritt, ist bei Frauen der Hauptauslöser einer Osteoporose. Östrogenmangel verursacht die Freisetzung von Kalzium aus den Knochen. Gleiches geschieht bei Männern mit einem zu niedrigen Testosteronspiegel. UNTERGEWICHT ist ein Risikofaktor für Osteoporose. Optimal für Osteoporose - Patienten ist die Obergrenze des Idealgewichts (Körpergröße-100) + 10.

PHOSPHATREICHE Ernährung stört die Kalziumverwertung. Das ideale Phosphor : Kalzium - Verhältnis wäre 1:1, bei vielen Menschen bewegt es sich aber um 1:3.

CORTISONEINNAHME, die sich über einen weiten Zeitraum erstreckt, begünstigt eine Störung der Knochenzusammensetzung

Die zwei Typen der Osteoporose

Ist die Krankheitsursache genau diagnostizierbar - ist sie beispielsweise auf die Einnahme von Cortison zurückzuführen - spricht man von einer sekundären Osteoporose. Allerdings bleibt in fast 90% der Fälle der Auslöser im Dunkeln. Hier handelt es sich um eine primäre Osteoporose.

Die primäre Osteoporose unterteilt sich weiter in:

Typ I - Osteoporose:
Betroffen sind vor allem Frauen in den Wechseljahren. Brüche treten in der Lenden- und Brustwirbelsäule auf. Wirbelbrüche bei Osteoporose-Patienten verursachen keine Querschnittslähmung, da durch die Bruchkante der Nerv nicht geschädigt wird. Sind mehrere Wirbel betroffen, kann es zur Ausbildung des sogenannten Witwenbuckels kommen. Bricht ein Wirbelkörper ein, durchzuckt ein scharfer, schneidender Schmerz den Körper, der oft als "Hexenschuss" fehlgedeutet wird.

Typ II - Osteoporose:
Betroffen sind zu 60 % Frauen. Diese Osteoporose -Form tritt allerdings erst viel später als der Typ I auf. Befallen werden Röhren und Wirbelknochen, wobei Unterarm- und Schenkelhalsbrüche typisch sind.
Bei Osteoporose im fortgeschrittenerem Stadien müssen immer mehr die Muskeln Trage- und Stützarbeiten der Knochen übernehmen. Starke Muskelverspannungen die zum Dauerschmerz werden können sind die Folge.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Osteoporose kann nicht geheilt werden. Die Therapie zielt ab auf

  • Schmerzlinderung,
  • Beseitigung von Beschwerden und
  • Senkung des Risikos von Knochenbrüchen

Bei der Behandlung greift der Arzt meist auf folgende Wirkstoffe zurück:

KALZIUM unterstützt den Knochenaufbau und bremst zugleich deren Abbau. Dieser Mineralstoff ist die Basis jeder Osteoporosebehandlung. In der Regel wird 1g/Tag verordnet. Ausschlaggebend für die verordnete Menge ist der Gehalt an Kalzium-Ionen. Vorsicht ist geboten bei Patienten mit erhöhtem Blutkalziumspiegel oder bei Patienten, die bei erhöhter Kalziumzufuhr mehr Kalzium mit dem Urin ausscheiden. Beachtet werden müssen auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, die die Kalziumverwertung des Körpers beeinflussen können.

VITAMIN-D-HORMON wird in der Niere aus Vitamin D gebildet und hilft, das mit der Nahrung aufgenommene Kalzium im Darm zu verwerten. Vitamin D, das vom Körper selbst mit Hilfe der Sonne gebildet wird, wird älteren, ans Haus gebundenen Menschen in der Regel in einer Dosis von 500 - 1000Einheiten/Tag verschrieben.

ÖSTROGENE/GESTAGENE. Nicht nur ein Präventivmittel gegen Osteoporose. Die Sexualhormon - Ersatztherapie spricht auch bei Osteoporose-Kranken gut an. Verordnet wird das knochenaufbauende Hormon meist nach den Wechseljahren. Um das Auftreten typischer Wechselbeschwerden zu verhindern, ist eine sanfte und langsam steigende Dosierung wichtig. Dann können Wechselbeschwerden sogar verschwinden. Im Unterschied zu den Hormonen der Anti - Baby - Pille entspricht die Hormonmenge hier der vor der Menopause vom Körper produzierten Menge.

CALCITONIN wird in der Schilddrüse gebildet. Es senkt den Kalziumgehalt im Blut, indem es die knochenabbauenden und somit Kalzium freisetzenden Osteoklasten bremst. Der Mineralgehalt der Knochen steigt. Das Bruchrisiko wird verhindert. Außerdem sinkt die Schmerzempfindlichkeit des Patienten. Muskelschmerzen erscheinen weniger schlimm. Ungefährliche Nebenwirkungen sind gelegentlich Hautrötungen, Wärmegefühl und Übelkeit.

BISPHOSPHONATE, z.B. Risedronat, haben sich bei der Behandlung verschiedener Knochenstoffwechselstörungen bewährt. Sie bremsen den Knochenabbau und binden mehr Mineralien im Knochen. Der Knochen wird wieder belastungsfähiger. Im Rahmen einer US-amerikanischen Studie wurde festgestellt, dass bei einer Risedronat-Behandlung das Risiko einer erneuten Wirbelkörperfraktur um 65 % gesenkt werden kann.